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Skatregeln

Das Skatspiel Am 21./22. November 1998 beschloß der 27. Deutsche Skatkongreß ein weltweit einheitliches Regelwerk. Damit stimmen die Regeln des Deutschen Skatverbandes (DSkV) mit denen der internationalen Vereinigung, dem International Skat Players Association (ISPA) überein.

Zu den Neuerungen gehören:

    *  Das Spiel beginnt mit der Spielansage und nicht erst
           mit dem Ausspielen. D.h. eine nochmalige Skateinsicht
           nach der Spielansage ist strafbar.

        *  Alle verlorenen Spiele, auch die Handspiele, 
           zählen doppelt.

        *  Grand ouvert zählt nur noch 24 statt bisher 36 Augen.

        *  Um bei der Berechnung berücksichtigt zu werden, 
           müßen Hand- und Ouvert-Spiele komplett 
           angesagt werden.

        *  Ein Gegenspieler darf nur offen spielen, wenn er selbst 
           und nicht seine Partei alle Reststiche macht.

        *  Außerdem heißt es für das Skatwettspiel 
           wie für den simplen Preisskat, daß ohne Geld 
           gespielt werden darf, wenn man sich nicht auf den 
           Spieleinsatz einigen kann.

Quelle: Freie Presse, 25.November 1998, Seite 3

Die neuen Regeln gelten ab 01.Januar.1999.

Anfragen können an folgende Adresse gerichtet werden:

Deutschen Skatverband
Postfach 100969
33509 Bielefeld

Die nachfolgende Skatordnung ist noch nicht aktualisiert. Jedoch gelten alle Regeln, die nicht durch die neuen ersetzt werden.

Der 11.Deutsche Skatkongreß 1927 beschloß die Aufstellung einer neuen Skatordnung. Nach Verhandlungen im Skatordnungsausschuß und auf dem 12.Deutsche Skatkongreß wurde der von Richard Burkhardt eingereichte Entwurf in Kraft gesetzt.

Mit ihr wurde der Einheitsskat geschaffen, der seitdem allen Kongressen, Verbandswettspielen und den Entscheidungen des Skatgerichtes zugrunde lag. Alle früheren Skatordnungen wurden damit aufgehoben. Die Skatordnung bringt das Skatspiel getreu seiner geschichtlichen Entwicklung in ein geschlossenes System.

In vorliegender Fassung sind alle Beschlüsse der Deutschen Skatkongresse 1932 und 1937 und die Beschlüsse des Skatgerichts zur Angleichung der Skatordnung an die Wettspielordnung enthalten.

Die der Skatordnung bisher angefügten abweichenden Spielgebräuche werden auf Beschluß des Skatgerichts Altenburg nicht mehr veröffentlicht.

Vom Skatgericht werden Streitfragen, die die abweichenden Spielgebräuche betreffen , nicht mehr entschieden, da diese nicht Bestandteil der Skatordnung sind.

Jeder Skatspieler sollte sich darum bemühen, streng nach der Skatordnung zu spielen.

I. Allgemeines

Begriff des Skatspiels

1. Das Skatspiel ist ein Kartenspiel, dessen Einzelspiele von verschiedenstem Range sind, je nach Kartenfarbe, Augen-, Punkt- und Spielwert.Skat wird von drei oder mehr Personen gespielt, welche zwei Parteien bilden: Spieler und Gegenspieler.

2. Das Skatspiel ist in der Skatstadt Altenburg entstanden und hat sich aus älteren Kartenspielen seit fast zwei Jahrhunderten in seiner heutigen Gestalt zum beliebtesten und verbreitetsten Kartenspiel der Deutschen entwickelt.

3. Beim Skat sind 2 753 294 408 504 640 verschiedene Spiele möglich.

4. Zwei verdeckt gesondert gelegte Blätter, kurz Skat genannt, gaben dem Spiel den Namen.

Benennung und Zählwert der Karten

5. Die Skatkarte besteht aus 32 Blättern, und zwar aus je 8 Blatt von den Farben Eicheln (Eckern, Kreuz, Treff,trèfle), Gr&uumln (Schippen, Schüppen, Pik, pique), Rot (Herz, rouge), Schellen (Karo, carreau).

Jede dieser vier Farben hat folgende Blätter:

  • Daus (As) mit einem Zählwert von 11 Augen
  • Zehn mit einem Zäwert von 10 Augen
  • König mit einem Zählwert von 4 Augen
  • Ober (Dame) mit einem Zählwert von 3 Augen
  • Unter (Bube, Junge, Wenzel) mit einem Zählwert von 2 Augen
  • Neun, Acht und Sieben ohne Zählwert

Einteilung der Spiele

6. Sämtliche möglichen Spiele teilt man wie folgt ein:

I.Klasse:  Spiele mit               II.Klasse: Handspiele
           Skataufnahme
-----------------------------------------------------
1.Gattung: Schellen-Spiel       Schellen-Handspiele
           Rot-Spiel            Rot-Handspiele
           Grün-Spiel           Grün-Handspiele
           Eichel-Spiel         Eichel-Handspiele
2.Gattung: Null-Spiel           Null-Handspiele
3.Gattung: Gro&szlig-Spiel          Gro&szlig-Handspiele

Sondergattung: Offene Gro&szlig-Handspiele
               Offene Farb-Handspiele

7. Bei den Spielen mit Skataufnahme nimmt der Alleinspieler die beiden Skatblätter herein, legt darauf zwei beliebige Blätter wieder weg (drückt, senkt oder legt sie in den Skat) und bestimmt sodann das Spiel.

8. Bei den Handspielen bleibt der Skat während des Spiels unbenutzt, dem Alleinspieler stehen also nur seine zehn Handkarten zur Verfühgung.

9. Der Alleinspieler kann, ob er Spiele mit Skataufnahme oder Handspiele hat, eine Farbe als Trumpf bestimmen, aber auch ein Null- oder Großspiel melden. Der Skat ist immer Eigentum des Alleinspielers.

10. Bei den Nullspielen darf der Alleinspieler keinen Stich bekommen.

11. Bei den offenen Spielen muß der Alleinspieler sofort nach der Spielansage seine 10 Karten deutlich sichtbar auf den Tisch legen, und zwar nach Farben und innerhalb der Farben in Reihenfolge geordnet. Geschieht dies nicht, so sind die Gegenspieler berechtigt die Ordnung selbst herzustellen.

12. Bei den offenen Farb- und offenen Groß-Handspielen darf der Alleinspieler keinen Stich abgeben, weshalb bei diesen Spielen auch stets Schwarz angesagt gerechnet wird. Bei den offenen Farb-Handspielen wird zusätzlich der Fall „offen“ angerechnet.

Bedeutung der Karten

13. Eine der vier Farben wird immer Trumpf, außer bei Null- und Großspielen. Die anderen Farben stehen dann untereinander im Rang gleich.

14. Höchste Trümpfe sind die Unter (Wenzel, Jungen, Buben) in der Reihenfolge ihrer Farben, so daß also der Eichel-Unter der höchste Trumpf ist.

1t. Bei den Gro&oumlspielen sind nur die vier Unter Trumpf; bei den Nullspielen dagegen gelten auch sie als Farbe.

16. Mit einer Trumpfkarte kann jedes Blatt einer anderen Farbe übernommen – gestochen – werden, soweit nicht die Vorschriften über das Bedienen dem entgegenstehen.

17. In jeder einzelnen Farbe gilt, abgesehen von den Untern, die unter 5. angegebene, dem Zählwert der Karten entsprechende Reihenfolge.

18. Eine Ausnahme hiervon machen nur die Nullspiele (Null und offenes Null), bei denen auf Daus zunä/chst König, Ober und Unter (Kartenbilder), dann erst die Zehn und endlich Neun, Acht und Sieben folgen.

II. Einleitung des Spiels

Wahl der Plätze

1. Die Reihenfolge der Mitspieler wird durch das Los bestimmt. Der erste kann sich dann seinen Platz wählen, der zweite setzt sich ihm zur Linken usw.

2. Mit dem Spielen darf nur nach Beendigung einer Runde aufgehört werden, ebenso darf ein einzelner Mitspieler nur am Schluß einer vollen Runde zu spielen aufhören, wenn er dies vor deren Beginn erkl&aumlrt hatte.

3. Auch kann nur nach Beendigung einer Runde und nur unter Zustimmung aller Teilnehmer ein neuer Spieler hinzutreten. Falls er nicht für einen Ausscheidenden eintritt, muß er als vierter seinen Platz rechts vom ersten einnehmen, so daß er sofort am Geben ist, als fünfter rechts vom vierten.

Verteilung der Karten

4. Der erste Mitspieler ist auch zuerst am Geben – er gibt an -, d.h. er muß die Karten gehörig durcheinander mischen, diese dann seinem rechten Nachbarn zum einmaligen Abheben hinlegen, und, nachdem er den Rest der Karten auf den abgehobenen Teil gelegt hat, die Karten an die Mitspielenden verteilen. Beim Mischen darf der Boden nicht eingesehen werden und durch Auflegen des Restes muß er zwischen die Blätter des Kartenstoßes gebracht werden. Das Stechen, Blättern oder Stecken der Karten ist unzulässig.

5. Ist bei mehr als drei Teinehmern der Abheber vorübergehend abwesend, so darf außer dem Kartengeber jeder andere Teilnehmer abheben, es sei denn, der Abwesende behält sich dies vor seinem Wegggange vor. Verzögert sich die Rückkehr, so daß das Spiel stockt, so ist der Geber zum Abspielen der Karten des Abwesenden in dem einen Spiele berechtigt. Will er für ihn kein Spiel wagen, wird eingepaßt. Der Abwesende scheidet solange aus, bis er wieder am Abheben ist. Ein Recht zu willkürlichem Ausscheiden für eine oder mehrere Runden kann daraus aber nicht abgeleitet werden.

6. Beim zweiten Spiel hat der zweite Teilnehmer zu geben usw., so daß also der rechte Nachbar des ersten Mitspielers stets das letzte Spiel einer Runde zu geben hat, mithin auch das letzte Spiel überhaupt, er muß daher abgeben.

7. Abgehoben muß werden, und zwar so, daß mindestens vier Blätter liegenbleiben oder abgehoben werden. Das mehrmalige Abheben in Teilpäckchen ist einem weiteren Mischen gleichzusetzen und deshalb unzulässig.

8. Es müssen, beim linken Nachbarn beginnend, jedem Mispielenden zunächst drei Blätter gegeben werden, dann jedem vier und im letzten Gange wieder jedem drei.

9. Nach dem ersten Gange sind zwei Blätter – kurz Skat genannt -gesondert zu legen, die auch bei Handspielen Karten des Alleinspielers sind.

10. Bei vier Teilnehmern erhält der Kartengeber selbst keine Karten – er sitzt-; bei fünf und mehr Teilnehmern spielen die beiden linken Nachbarn des Kartengebers und der rechte.

11. Wird beim Geben, sei es durch Schuld oder bloße Mitschuld des Kartengebers, eine Karte aufgeworfen, so muß noch einmal gegeben werden.

12. Besieht ein Spieler während des Gebens den Skat, so ist er vom Reizen auszuschließen.

13. Wurde eins oder wurden beide Skatblätter nach ordnungsgemäßem Geben aufgeworfen oder vor beendetem Reizen aufgenommen, so ist der Schuldige ebenfalls vom Reizen auszuschließen; auch ist keiner der anderen Mitspieler an sein früheres Gebot gebunden. Es kann eingepaßt werden. Hat aber einer der anderen Mitspieler ein Spiel, so muß der Kartengeber aus den 12 Karten des Spielers, der den Skat versehentlich hereingenommen hatte, nach dem Mischen [der 12 Karten; Th.Kirmse] zwei Karten verdeckt herausziehen und dem Alleinspieler als Skat übergeben.

14. Wurden die Karten ordnungsgemäß verteilt, so muß ein gültiges Spiel zustandekommen. Auch ein eingepaßtes Spiel ist ein gültiges Spiel. Wurden die Karten vergeben, d.h. der Zahl nach oder sonstwie unrichtig verteilt, so muß noch einmal gegeben werden, selbst wenn das Spiel bereits begonnen wurde.

15. Jeder Teilnehmer muß nach beendetem Geben die Zahl der empfangenen Karten prüfen.

16. Hatte ein Teilnehemer gegeben, der nicht an der Reihe war, ist das gegebene Spiel ungültig, selbst wenn es zu Ende gespielt wurde. Alle abgeschlossenen Runden bleiben gültig. Eine Runde ist abgeschlossen, wenn deren letztes Spiel beendet ist. Bei Feststellung eines Fehlers werden innerhalb der im Gang befindlichen Runde die Spiele vom Begehen des Fehlers an wiederholt. Ist der Fehler bereits in vorhergehenden runden geschehen oder sein Zeitpunkt nicht mehr feststellbar, so ist die im Gang befindliche Runde ungültig und zu wiederholen. Sofort nach Aufdecken des Fehlers hat dann Platz 1 zu geben. Die Spielliste ist gültig.

Reizen

17. Nachdem die Karten verteilt worden sind, muß zunächst durch das Bieten oder Reizen festgestellt werden, wer Alleinspieler wird.

18. Es wird nach den Spielwerten(Punkten) gereizt, es gilt also nur Wert- oder Zahlenreizen. Dabei fordert die Vorhand (der erste, der Karten erhielt) zunächst die Mittelhand (den linken Nachbarn) auf, zu reizen, sie veranlaßt diese, ihr zu sagen, welchen Wert das Spiel hat, das sie spielen will. Entsprechend dem niedrigsten Spielwerte (Schellenspiel mit Skataufnahme mit 1 Spitze einfach gewonnen) beginnt dieses Reizen mit 18.

19. Hat die Vorhand ein Spiel mit dem gebotenen oder einem höheren Spielwert nicht selbst, so muß sie passen oder verzichten und Mittelhand hat sich dann von Hinterhand (dem dritten Mitspielenden) in der selben Weise reizen zu lassen.

Passen Mittel- und Hinterhand, dann kann Vorhand den Skat aufnehemen, ohne 18 zu sagen.

20. Kann Mittelhand kein Spiel wagen oder hält Vorhand den von Mittelhand gebotenen Wert, so muß letztere, wenn sie nicht höher reizen will, ihrerseits passen, und Hinterhand reizt Vorhand weiter.

21. Der Spieler, der zuletzt den höchsten Wert gehalten hat, ist der Alleinspieler. Er muß ein gleichwertiges oder darf ein Spiel von höherem Punktwert melden, gleichviel, ob er Spiel mit Skataufnahme oder Handspiel wählt.

22. Die Erklärung des Passens ist unwiderruflich, ebenso das Bieten und Halten eines Wertes oder Ansagen eines Spiels. Das Spiel beginnt mit der Spielansage.

22a. Der Skat muß nach der Spielansage unbesehen bis Spielende liegen bleiben. Nichteinhaltung dieser Regel bedeutet Spielverlust.

23. Will keiner der Mitspielenden ein Spiel wagen, so wird eingepaßt, und der nächste gibt die Karte(n). Niemals darf dann vom gleichen Kartengeber noch einmal gegeben werden.

24. Vorhand und auch Mittelhand sind durch die Aufforderung zum Reizen keineswegs zu einem Spiel verpflichtet.

25. Auch wenn der Spieler sofort sein Spiel für verloren erklärt, sich legt, so muß ein bestimmtes Spiel angesagt werden, das dem gebotenen Wert und der Zahl der Spitzen entspricht.

26. Erreicht das Handspiel die gereizte Punktzahl nicht (hat sich der Spieler überreizt, überboten: Wenzel oder weitere Spitzentrümpfe im Skat, geringere Gewinnstufe), so gilt das Spiel für ihn als verloren, selbst wenn er mehr als 60 Augen hat, und zwar muß er sovielmal den Grundwert des gewählten Spiels bezahlen, daß dadurch die gebotene Punkthöhe mindestens erreicht wird. Wurden zum Beispiel bei Rothandspiel ohne 3 Spitzen 36 geboten und der Eichelunter liegt im Skat, so ist das an sich gewonnene Spiel nicht mit 36, sondern mit 4 mal 10 = 40 Punkten zu bezahlen. Den gleichen Betrag müßte der Spieler zahlen, wenn er 40 gereizt hätte.

Der Alleinspieler kann es sich leisten, selbst Schneider zu bleiben, wenn er den beabsichtigten Schneider der Gegner nicht erreicht. Der Eigenschneider des Alleinspielers bildet keine besondere Berechnungsstufe. Bleibt der Alleinspieler selbst Schneider, so wird eben nur der seine als verloren angerechnet.

27. Besieht während des Reizens ein Mitspieler den Skat, wurde eines oder wurden beide Skatblätter während des Reizens aufgeworfen, so finden die Bestimmungen der vorherigen Abschnitte entsprechende Anwendung.

Parteistellung

28. Die drei Spielenden bilden zwei Parteien: Alleinspieler und Gegenspieler (Partner). Wer nach beendigtem Reizen das Spiel bestimmt hat, ist der Alleinspieler, die beiden anderen sind die Gegenspieler und als solche mit den übrigen Teilnehmern seine gemeinsamen Gegner.

29. Die Gegner bilden somit eine Gemeinschaft und genießen daher gemeinschaftlich den Erfolg ihres Spielens, tragen aber auch gemeinschaftlich den Mißerfolg und die Folgen ihrer Versehen und Verstöße.

30. Der Alleinspieler bekommt deshalb nicht nur von den beiden Gegenspielern, sondern auch von den übrigen Gegnern den vollen Betrag für ein gewonnenes Spiel ausgezahlt, muß ihn aber im entgegengesetzten Falle auch an alle Teilnehmer auszahlen.

III. Gang des Spiels

Ausspielen

1. Das eigentliche Spiel beginnt damit, daß, Vorhand ausspielt(antieht). Später wird stets von dem ausgespielt, der den vorhergehenden Stich machte.

Ein rechtmäßig ausgespieltes Blatt darf niemals zurückgenommen werden. (Was liegt, liegt!)

2. Unberechtigtes Ausspielen beendet das Spiel für die schuldige Partei. Dann gilt das Spiel, falls es bis dahin noch nicht entschieden war, für die andere Partei als einfach gewonnen, unbeschadet des etwaigen Anspruchs auf eine höhere Gewinnstufe, wenn diese bereits erreicht worden wäre. Bei gefordertem Weiterspiel gilt der Fehler als überhaupt nicht begangen.

2.a Zwei gleichzeitig ausgespielte Karten, auch durch versehentliches Herausfallen aus der hand, beendet ebenfalls das Spiel. Vorausgesetzt, daß die Bilder der beiden Karten sichtbar wurden. Wurde von den beiden Karten nur ein Bild sichtbar (eine Karte lag mit dem Rücken nach oben), dann gilt die sichtbar gewordene Karte als ausgespielt oder bedient. Wurden von beiden Karten keine Bilder sichtbar, dann gilt das nicht als ausgespielt oder bedient, und die beiden Karten werden wieder in die Hand zurückgesteckt.

2.b Alle Vorgänge, welche vor der Spielansage mit den Karten passieren (nochmaliges Verändern des Skates, unbeabsichtigtes Herausfallen von Karten, natürlich verdeckt und aufgedeckt usw.) sind gegenstandslos und gelten nicht als Fehler. Die Karten k&oumlnnen also noch einmal in die Handkarten zurückgenommen werden. Aber spielt der Alleinspieler eine Karte aus (die Karte liegt auf dem Tisch oder wird von der Gegenpartei gesehen, dann gilt diese Karte als ausgespielt und muß liegen bleiben. Sofort bekommt der Alleinspieler eine Verwarnung wegen Ausspielens ohne vorher das Spiel anzusagen, im Wiederholungsfalle erfolgt Ausschluß.

Nach der Verwarnung hat der Alleinspieler das Spiel sofort anzusagen.

3. Wurde im Verlauf des Spiels ein Stich aufgenommen, ohne daß vorher das unberechtigte Ausspielen bemerkt und gerügt wurde, gilt das Ausspielen als rechtmäßig.

Bedienen

4. Ist ausgespielt worden, so hat zunächst der linke und sodann der rechte Nachbar des Ausspielenden zuzugeben, zu bedienen. Dabei muß stets, soweit dies möglich ist, Farbe oder Trumpf bekannt, d.h. stets irgendein Blatt der ausgespielten Farbe, oder wenn Trumpf gezogen (gefordert) wurde, ein Trumpfblatt gleichviel ob höher oder niedriger, zugegeben werden.

5. Wer jedoch die ausgespielte Farbe nicht hat, kann entweder Trumpf zugeben – stechen – oder auch ein Blatt einer anderen Farbe abwerfen. Ebenso darf jedes beliebige Blatt zugegeben werden, wenn beim Fordern Trumpf nicht mehr bedient werden kann.

6. Wurden vorstehende Regeln über das Bedienen verletzt, wurde also der geforderte Trumpf oder die verlangte Farbe, trotzdem es möglich war, nicht zugegeben, mithin verleugnet, so gilt dies als falsches Bedienen. Eine gezeigte Karte, welche gesehen wird, aber noch nicht auf dem Tisch liegt, gilt als bedient und ausgespielt.

7. Falsches Bedienen beendet, auch wenn es während des Spiels erst nachträglich festgestellt wird, das Spiel für die schuldige Partei. Dann gilt das Spiel, falls es bis dahin noch nicht entschieden war, für die andere Partei als einfach gewonnen, unbeschadet des etwaigen Anspruchs auf eine höhere Gewinnstufe, wenn diese bereits erreicht war oder nachgewiesen werden kann, daß sie bei regelgerechtem Spiel sicher erreicht worden wäre. Fordert die bis dahin schuldlose Partei, nach Berichtigung des Fehlers der anderen Partei, zwecks Erreichen einer höheren Gewinnstufe Weiterspiel, bedient im weiteren Verlauf aber selbst falsch, so ist das Spiel nunmehr von dieser Partei verloren, wenn sie nicht bis zum Begehen des Fehlers bereits die zum Gewinn nötigen Augen hatte.

8. Hat jemand trotz regelrechter Kartenverteilung im Laufe des Spiels zuwenig oder zuviel Blätter, sei es, daß doppelt oder gar nicht zugegeben, zuviel oder zuwenig weggelegt, eins oder auch mehrere Blätter verloren wurden, dann gilt das Spiel auf jeden Fall für die Partei mit der richtigen Zahl der Blätter als einfach gewonnen, unbeschadet des etwaigen Anspruchs auf eine höhere Gewinnstufe, wenn diese bereits erreicht war oder nachgewiesen werden kann, daß sie bei regelrechtem Spiel sicher erreicht worden wäre.

9. Besieht während des Spiels ein Mitspieler den Skat oder wird er von einem Teinehmer aufgedeckt oder die bereits vereinnahmten Stiche, so gilt das Spiel als beendet und für die andere Partei als einfach gewonnen, doch kann diese, wenn sie eine höhere Gewinnstufe zu erreichen gedenkt, verlangen, daß weitergespielt wird. Dann gilt das Versehen als überhaupt nicht begangen. Hatte jedoch die schuldige Partei das Spiel bereits gewonnen, so gelten für diese nur die bis dahin eingebrachten Stiche und Augen.

10. Das 61. Auge gewinnt für den Alleinspieler, das 60. Auge für die Gegenspieler.

10.a Sichtbare Verstöße gegen die Skatordnung sind sofort anzuzeigen, andere, nicht sofort feststellbare, Verstöße sind spätestens beim letzten Stich anzuzeigen. (Nichtbedienen einer Farbe usw.)

Nach der Feststellung des Verstoßes ist das Spiel sofort zu beenden.

Will die schuldlose Partei weiterspielen, dann gilt der Fehler als nicht begangen.

11. Im allgemeinen ist jedes Spiel zu Ende zu spielen. Voreiliges Hinwerfen der Karten beendet das Spiel für die schuldige Partei mit den bis dahin eingebrachten Stichen und Augen.

12. Durch das Auflegen oder Vorzeigen der Karten ohne die Abgabe einer Erklärung zeigt der Spieler in jedem Falle an, daß er alle weiteren Stiche machen will. Trifft das nicht zu, so gehören alle Reststiche den Gegenspielern.

13. Einem Gegenspieler ist es nur dann gestattet, offen zu spielen, wenn seine Partei, sein Partner mag spielen wie er will, alle weiteren Stiche macht bzw. sich bei offenen Null-, Farb- oder Großspielen der Verlust des Spiels ohne weiteres aus der Kartenverteilung ergibt.

14. Das Legen bei einem Spiel mit Skataufnahme mit dem gebotenen Spielwerte ist nicht gestattet, vielmehr muß stets ein dem Reizwert entsprechendes Spiel angesagt und auf Verlangen der Gegenpartei auch gespielt werden.

IV. Grundregeln

1. Wer die nachstehenden Grundregeln verletzt, kann im Wiederholungsfalle nach erfolgter Verwarnung vom Weiterspiel ausgeschlossen werden. Der durch Regelverletzungen bedingte Verlust eines Spieles bleibt dadurch unberührt.

2. Das Geben (Mischen, Abheben und Verteilen) hat so zu geschehen, daß keinem Teilnehmer die Innenseiten der Kartenblätter sichtbar werden.

3. Jeder Mitspielende ist verpflichtet, seine Karten so aufzunehmen und zu halten, daß keiner der anderen hineinsehen kann, wie es andererseits auch unstatthaft ist, in die Karten anderer hineinzusehen oder sich deren Karten verraten zu lassen. Ebenso hat sich jeder Teilnehmer aller Äußerungen zu enthalten, die geeignet sind, die Karten zu verraten.

4. Der Skat darf nur von dem Alleinspieler vor der Spielansage nach dem Reizen bei Spielen mit Skataufnahme angesehen werden, seitens der nichtspielenden (sitzenden) Teilnehmer ist das Ansehen des Skates nicht gestattet.

5. Während des Spiels darf über dessen Gang weder gesprochen noch irgendeinein Zeichen darüber gemacht werden; auch ist den Parteien das laute Zählen der Trümpfe und Augen verboten.

6. Vorwerfen, d.h. eher bedienen als der erste Gegenspieler, ist dem zweiten nicht gestattet, ebenso das herausfordernde Ziehen vorher.

7. Das Wegnehmen der Stiche darf nur in einer Weise erfolgen, daß, auch die zuletzt zugegebene Karte von allen Mitspielenden deutlich gesehen und anerkannt werden kann. Andernfalls muß der letzte Stich auch dann noch einmal gezeigt werden, wenn bereits wieder ausgespielt wurde.

8. Alles sonstige Nachsehen und Nachzählen sowie das Vermischen der Stiche ist nicht gestattet.

9. Der Alleinspieler und die Gegenspieler haben ihre Stiche selbst einzuziehen.

10. Jeder Teilnehmer ist verpflichtet, alle Bestimmungen der Skatordnung zu beachten und zu befolgen.

V. Bewertung der Spiele

Grundwerte

1. Außer den vier Nullspielen, die einen beständigen Spielwert haben, hat jede Spielgattung einen bestimmten Einheits- oder Grundwert.

2. Dieser beträgt für Schellen (Karo) 9, Rot (Herz) 10, Grün (Pik) 11, Eicheln (Kreuz [, Treff (Th.Kirmse)]) 12, Großspiel 24 und offenes Großspiel 36.

3. Null-Spiel hat einen Spielwert von 23, offen von 46, Null-Handspiel einen solchen von 35, offen von 59.

Gewinnstufen

4. Man unterscheidet außer bei Nullspielen folgende Gewinnstufen:

Stufen-
zahl    I.Klasse: Spiele mit Skataufnahme
------------------------------------------------------
   1    Spiel einfach           gewonnen oder verloren
   2    Schneider               gewonnen oder verloren
   3    Schwarz                 gewonnen oder verloren

Stufen-
zahl    II.Klasse: Handspiele *
------------------------------------------------------
   2    Spiel einfach           gewonnen oder verloren
   3    Schneider               gewonnen oder verloren 
   4    Schneider angesagt      gewonnen oder verloren
   5    Schwarz                 gewonnen oder verloren
   6    Schwarz angesagt        gewonnen oder verloren
   7    Offen                   gewonnen oder verloren

* Sie haben gegenüber Spielen mit Skataufnahme die Gewinnstufe „Hand“ voraus.

5. Einfach gewonnen hat der Alleinspieler dann sein Spiel, wenn er mindestens 61 Augen (Skatblätter zugezählt) erlangt hat.

6. Schneider wurde die Partei, welche nur 30 oder weniger Augen erreichte.

7. Schwarz ist die Partei, die keinen Stich erhielt; bei einem einzigen Stich, wenn auch ohne jedes Auge, wurde die Partei nur Schneider.

8. Der Alleinspieler kann bei allen Spielgattungen der Handspielklasse außer den Nullspielen vor dem ersten Ausspielen Schneider oder Schwarz ansagen. Er meldet damit die zu erreichende Gewinnstufe vorher an. Erreicht er diese dann aber nicht, so gilt für ihn das Spiel mindestens in der gemeldeten Gewinnstufe als verloren. Verliert er in einer höheren Gewinnstufe (wird er selbst Schneider oder Schwarz), so gilt für die Berechnung die höhere. Erreicht der Spieler aber eine höhere Gewinnstufe als die angesagte, so gilt natürlich diese bei der Berechnung.

Die Gewinnstufen „Schneider angesagt“ und „Schwarz angesagt“ werden nur dann bewertet, wenn die Ansage tatsächlich erfolgt ist.

9. Offen können Null- und Handspiele geführt werden. Der Spieler darf dann keine bzw. er muß alle Stiche bekommen. Die Karten müssen stets vor dem ersten Ausspielen aufgelegt werden. Wird diese Voraussetzung, das sofortige Herauslegen der Karten, nicht erfüllt, dann ist die Spielansage „Offen“ ungütig.

10. Das offene Groß-Handspiel (Grand ouvert) ist als Kronen- und Gipfelspiel des Skates überhaupt aus der Gattung der übrigen Großspiele durch den um 50 Prozent auf 36 erhöhten Grundwert als Sondergattung herausgehoben. Seiner Berechnung werden die Gewinnstufen: Hand, Schneider, Schneider angesagt, Schwarz, Schwarz angesagt zugrunde gelegt.

Spitzen

11. Trümpfe in ununterbrochener Reihenfolge vom Eichel-Unter (Kreuz-Bube) an heißen Spitzen.

12. Hat der Spieler den Eichel-Unter (Kreuz-Buben) selbst, so kommen seine Spitzen (er spielt mit Spitzen), hat er ihn nicht, so kommen seine fehlenden Spitzen in Betracht (er spielt ohne Spitzen). Farbspiele sind also in Höchstzahl mit oder ohne 11 Spitzen durchführbar (4 Unter, 7 Farbblätter).

13. Farb- und Großspiele mit Spitzen haben bei gleicher Gewinnstufe denselben Wert wie gleiche Spiele ohne dieselbe Spitzenzahl.

Spielwerte

14. Die Spielwerte der Einzelspiele werden in Wertpunkten errechnet. Diese richten sich nach Klasse, Gattung und undveränderlichem Grundwert des Spieles, ferner nach Gewinnstufen und Anzahl der in der Hand des Spielers (mit Einschluß des Skates) befindlichen oder fehlenden Spitzen.

15. Spitzen und Gewinnstufen werden zusammengezählt und ergeben die Summe der Fälle. Die durch Klasse und Gattung bestimmten Grundwerte werden mit der Anzahl der Fälle malgenommen und ergeben den Spielwert in Punkten. Alle Nullspiele haben unveränderliche Spielwerte.

16. Alle Gewinne und Verluste sind sofort nach dem Spiel zu begleichen oder in die Spielliste einzutragen. Einwendungen irgendwelcher Art sind nur noch während des folgenden Spiels zulässig.

17. Jedes verlorene Spiel mit Skataufnahme muß nach verdoppelten Punkten in die Spielliste eingetragen bzw. zum doppelten Preis bezahlt werden.

18. Sämtliche Spielwerte aller im Einheitsskat gewonnenen Einzelspiele sind nach Abschnitt 19. zu ermitteln.

Ermittlung der Fälle

19.

   I.Klasse: Spiele mit         II.Klasse: Handspiele 
             Skataufnahme
------------------------------------------------------
 a) Spitzen      1-11                   1-11
+b) Gewinnstufen 1-3                    2-7
------------------------------------------------------
= Summe d. Fälle 2-14                   3-18

Aufrechnung

20. Sämtliche gewonnenen und verlorenen Spiele werden in eine Spielliste eingetragen, welche für jeden Teilnehmer eine Postenreihe enthSält. Neue Spiele werden nach ihren Punktwerten sofort zu- oder abgerechnet, so daß der Stand der Teilnehmerer zueinander jederzeit einzusehen ist.

21. Bei Preisskaten und Wettspielen hingegen sind die Einzelspiele unter genauer Bezeichnung einzeln in besondere Listen einzutragen und laufend für jeden Teilnehmer aufzurechnen (Gewinnpunkte – Verlustpunkte).

22. Der Spielsatz beträgt je nach Vereinbarung 1/10, 1/4, 1/2, 1 Pfennig für den Wertpunkt. Höhere Spielsätze verleiten zum Hasardspiel und sind deshalb nicht erlaubt. Bruchteile werden allgemeinüblich nach oben aufgerundet. Bei Bargeldskat und sofortiger Auszahlung jedes Einzelspielpreises wird der Betrag für verlorene Spiele mit Skataufnahme erst nach der Aufrundung verdoppelt.

23. Nach Beendigung der Partie ist Gewinn und Verlust durch Vergleichsrechnung zu ermitteln. Einfachstes Verfahren ist folgendes:

 
 Teilnehmer:             A       B       C       D      
-----------------------------------------------------
 Endzahlen
 der Liste:             +196    + 33    - 12    + 85
-----------------------------------------------------
 Vierfach (Teil-
 nehmerzahl):           +784    +132    - 48    +340
 Ab Endzahl-
 Summe                  -302    -302    -302    -302
-----------------------------------------------------
 (bei Spielsatz
 1 Pfennig):            +482    -170    -350    + 38 

24. Berechnungstafel

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Schellen (Karo)          9  18  27  36   45   54   63   72   61   90   99  108  117  126  135  144  153  162    

Rot (Herzen)            10  20  30  40   50   60   70   80   90  100  110  120  130  140  150  160  170  180

Grün (Pik)              11  22  33  44   55   66   77   88   99  110  121  132  143  154  165  176  187  198

Eicheln
(Kreuz)                 12  24  36  48   60   72   84   96  108  120  132  144  156  168  180  192  204  216

Großspiel
(Grand)                 24  48  72  96  120  144  168  192  216  240

Großhandspiel
offen                           mit  1    2    3    4  Spitzen
(Grand overt)           24          168  192  216  240
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Null                     1   2   3   4
                        23  35  46  59

Bemerkungen:    Null 1 = Null
                Null 2 = Nullhandspiel
                Null 3 = Null offen
                Null 4 = Nullhandspiel offen
Die Skatordnung wurde entnommen aus: Spielregelbüchlein
                                     Herausgeber:
                                     Altenburger Spielkartenfabrik
                                     07400 Skatstadt Altenburg
                                     6.Auflage
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